Auf dem Bild sieht man den historischen Zug „Slowakischer Pfeil“ bei der Restaurierung in der Werkshalle.
Die Tschechische ČMŽO Gruppe hat den historischen Zug „Slowakischer Pfeil“ restauriert.

Eine Eisenbahn-Legende ist beispielsweise der Slowakische Pfeil, benannt nach der Strecke Slovenská strela. Er fuhr auf der Expressverbindung zwischen Prag und Bratislava, die vor mehr als 80 Jahren eingeweiht wurde. Für die Strecke hatte der tschechische Ingenieur Josef Sousedík neue, für die damalige Zeit extrem starke Lokomotiven entwickelt.

Blick in den historischen Waggon: auch hier dominiert die rote markante Farbe.
Blick in den historischen Waggon: auch hier dominiert die rote markante Farbe.

Allein das Aussehen war spektakulär: knallrot mit vorgeschobener Nase wie bei einem Delphin und luxuriöser Ausstattung im Innenbereich. Zu einer Zeit, als überall noch die Dampflokomotiven dominierten, erreichte der Prototyp auf der Teststrecke Geschwindigkeiten von bis zu 148 km/h. Seine Konstruktionsgeschwindigkeit betrug 130 km/h. Die enorme Geschwindigkeit wurde nicht nur durch das zeitlose aerodynamische Design erreicht, sondern vor allem durch den speziellen Elektroantrieb. Sousedíks ursprüngliche Herangehensweise an die Kraftübertragung war revolutionär und auf der ganzen Welt einzigartig. Dank seines patentierten Systems startete der Zug mit einem Elektroantrieb und die Lamellenkupplung, die den Benzinmotor verbindet, schaltete sich erst ein, wenn er eine Geschwindigkeit von über 80 km/h erreichte. Dieses Hybridgetriebe zusammen mit leistungsstarken Motoren und einem geringen Gewicht ermöglichte eine sehr dynamische Fahrt.

Der Slowakische Pfeil fuhr aber nur von 1936 bis 1939. Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde er aufs Abstellgleis gestellt. Später passten die luxuriösen Züge nicht mehr ins sozialistische Weltbild und so kamen sie ins Werksmuseum von Tatra Kopřivnice, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt waren und mit der Zeit stark beschädigt wurden.

Auf dem Bild sieht man das offene Fahrwerk vom historischen Zug „Slowakischer Pfeil“ in der Werkshalle.
Das Fahrwerk vom „Slowakischem Pfeil“.

Doch der Zug ist auch heute noch eine Legende. Deshalb wurde er vor zehn Jahren von der Tschechischen Regierung in die Liste der Nationalen Kulturdenkmäler aufgenommen. 2018 bekam die tschechische ČMŽO Gruppe den Auftrag, den Zug zu restaurieren. Ziel war es, sein ursprüngliches Aussehen aus den 1930er Jahren wiederherzustellen. Die Experten von ČMŽO verwendeten dafür Verbindungslösungen von LAPP. Der Weltmarktführer für integrierte Lösungen im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie hat ein spezialisiertes Produktportfolio mit ÖLFLEX® TRAIN Leitungen, UNITRONIC® TRAIN und ETHERLINE® TRAIN Datenleitungen, SKINTOP® Kabeldurchführungen, EPIC® Steckern und weiteren Systemprodukten. Der Produktionsstandtort für ÖLFLEX® TRAIN Leitungen in Südkorea ist nach ISO/TS 22163 (IRIS) zertifiziert. Speziell für den historischen Zug kamen einadrige ÖLFLEX® TRAIN 331 Leitungen zum Einsatz. Sie eignen sich für Beleuchtung, Heizung, Schaltkreise, Schalttafeln und Stromversorgungsanlagen. Für Bereiche, wo geschirmte Leitungen benötigen wurden, wurde die ÖLFLEX® TRAIN 345 C eingesetzt. Beide Leitungen sind speziell für Schienenfahrzeuge nach EN 50264 ausgelegt.

Der „Pfeil“ soll noch 2020 wieder auf Fahrt gehen. Allerdings nur kurz. Er wird in einem neuen Außengebäude im Tatra-Museum in Kopřivnice ausgestellt und kann so geschützt vor Witterungseinflüssen von Eisenbahnfans bewundert werden.

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Video: © ČMŽO – elektronika