Die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft erfordert ein Umdenken in vielen Bereichen eines Unternehmens. Während in der Industrie häufig über Energieeffizienz, Digitalisierung oder neue Technologien gesprochen wird, beginnt Veränderung oft bei den eigenen Prozessen. Bei LAPP ist Nachhaltigkeit fest in der Unternehmensstrategie verankert. Es ist eines von fünf übergeordneten Zielen der Strategie 2027. Bis zum Jahr 2027 will LAPP beispielsweise seinen CO2-Fußabdruck auf Unternehmensebene um 50 % reduzieren (Basisjahr 2022, Scope 1 & 2). Dazu wird die Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik weltweit ausgebaut. Gleichzeitig berechnet LAPP den Product Carbon Footprint für alle relevanten Produktgruppen. Einzelne Produkte sind mittlerweile auch in einer biobasierten Variante verfügbar, deren Product Carbon Footprint im Vergleich zu den Standardvarianten niedriger ausfällt. Mitarbeitende weltweit werden einmal im Jahr im Rahmen einer Nachhaltigkeitswoche zu aktuellen Entwicklungen informiert und aktiv in Projekte eingebunden. Kurz gesagt: Nachhaltigkeit ist dem Familienunternehmen, das immer bereits die nächste Generation im Blick hat, ein großes Anliegen. Die Ideen für neue Ansätze gehen nicht aus.
Nun geht LAPP noch einen Schritt weiter und stellt die gesamte Dienstwagenflotte in Deutschland ausschließlich auf Elektromobilität um – ein umfassender Transformationsprozess, der bald auch in den übrigen europäischen Ländern umgesetzt wird. Die Maßnahme betrifft alle Dienstwagenverträge und Poolfahrzeuge und setzt ein klares Zeichen für zukunftsorientierte Mobilität. Auf diese Weise kann das Unternehmen wertvolle Einblicke in die Technologie dahinter gewinnen, die für LAPP als Markt zunehmend relevant wird. „Die konsequente Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte ist für uns kein Selbstzweck, sondern eine wirtschaftlich und strategisch sinnvolle Entscheidung für eine zukunftsfähige Mobilität“, merkt Matthias Lapp, CEO der LAPP Gruppe an. „Wir reduzieren Emissionen, senken langfristige Betriebskosten, fördern nachhaltiges Handeln im Unternehmen und bieten unseren Mitarbeitenden gleichzeitig modernste Fahrzeugtechnik. Daher ist es mir wichtig, diesen Schritt jetzt zu gehen.“ So gilt nun in Deutschland ab sofort ein Bestellgebot ausschließlich für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb.
Von der Entscheidung zur Umsetzung
Um elektrisch fahren zu können, braucht es jedoch nicht nur die passenden Fahrzeuge, sondern auch eine sichere und verlässliche Ladeinfrastruktur. 151.452 Normal- und 52.499 Schnellladepunkte zählt das Laderegister der Bundesnetzagentur im Mai 2026 in Deutschland. An allen Ladepunkten können gleichzeitig insgesamt 8,75 GW Ladeleistung bereitgestellt werden. Auch auf dem gesamten europäischen Kontinent wird das Ladenetz immer dichter. Am LAPP Hauptsitz in Stuttgart stehen bereits heute mehr als 50 Ladepunkte zur Verfügung und auch an den Standorten in Hannover, Much und Ludwigsburg können E-Mobilisten wieder auftanken. Unterwegs steuern Fahrer:innen öffentliche Ladestationen oder -parks an. Und zuhause? Hier arbeitet LAPP am Projekt „Laden@home“, einer Lösung zur Abrechnung der Stromkosten beim Laden an der eigenen Wallbox. Das erhöht die Flexibilität ergänzend.
„Wir begleiten diese Transformationsprozesse, damit sich alle Dienstwagen- und Fuhrparknutzenden sicher und gut betreut fühlen“, betont Michael Seddig. „Die Transformation braucht Zeit. Gemeinsam gestalten wird die Mobilität der Zukunft bei LAPP – effizient, harmonisiert und umweltbewusst.“ Der CEO und COO der Region EMEA hat selbst bereits Ende März auf ein vollelektrisches Fahrzeug umgestellt. „Ich gehöre vermutlich zu der Kategorie der sogenannten ‚Vielfahrer‘ und bereits nach kurzem schon sagen: Diese Entscheidung war gut.“
Besonders praktisch: LAPP kann auf eine Menge Expertise und die hauseigenen Ladelösungen zurückgreifen, die schon seit einigen Jahren erfolgreich am Markt etabliert sind. Die Lapp Mobility GmbH, ein Unternehmen der LAPP Gruppe, ist bereits seit Jahren auf die Entwicklung und Produktion von Lösungen für die Elektromobilität spezialisiert. Das Portfolio umfasst AC-Ladelösungen wie Mode 3-Ladekabel für das Laden an Säulen und Wallboxen, aber auch Mode 2-Lösungen, die sich für die Industrie- und Haushaltsteckdosen eignen sowie Komplettlösungen für die gesamte Verkabelung von AC- und DC-Ladeinfrastrukturen.
Zu den beliebtesten Produkten am Markt gehört das patentierte Mode-3-Ladekabel von LAPP im patentierten Helix-Design, das mit seinem Formgedächtnis ein einfaches, eigenständiges Aufwickeln erleichtert – Kabelgewirr adé. Ebenso beliebt ist der eigens entwickelte Mobility Dock, einer Ladelösung für die herkömmliche Schutzkontakt-Steckdose.
Alltagstest bestanden
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Elektromobilität im beruflichen Alltag gut funktionieren kann. Moderne Fahrzeuge bieten ausreichend Reichweite für die meisten Geschäftsreisen. Gleichzeitig wächst die öffentliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich. Natürlich bringt die Umstellung auch Veränderungen mit sich. Routen und Ladezeiten müssen teilweise anders geplant werden als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Viele Mitarbeitenden berichten jedoch, dass sich die neue Mobilität bereits nach kurzer Zeit als selbstverständlich etabliert. Vier Mitarbeitende von LAPP teilen Ihre Erfahrungen:
Dirk Eckardt
Key Account Manager für Rolling Stock bei der U.I. Lapp GmbH:
„Für mich ist das Auto Fortbewegungsmittel und Arbeitsplatz. Als jemand, der viel unterwegs ist, habe ich früh gemerkt, dass Elektromobilität mit einer gewissen Eigenverantwortung verbunden ist. Es hilft, seinen Fahrstil nachhaltiger zu gestalten und man muss statt Tankstellen Ladesäulen ansteuern. Aber diese bewusste Herangehensweise ist heute wichtiger denn je, angesichts der globalen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Die Ladeinfrastruktur hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert, und in den Regionen, in denen ich unterwegs bin, hatte ich noch nie größere Probleme. Gut zu wissen: Die Reichweitenangaben der E-Autos sind illusorisch. Mein Tipp ist die 20 %-Regel – von der Reichweitenangabe 20 % abziehen und am besten bei 20 % verbleibendem Akku wieder laden. Dann ist man immer auf der sicheren Seite.“
David Schlünz
Project Manager Renewable Energy bei der U.I. Lapp GmbH:
„Da ein großer Teil meiner Kunden im Bereich erneuerbare Energien tätig ist, war die Entscheidung für ein Elektroauto für mich auch ein bewusster Schritt, um authentisch aufzutreten. Ich habe festgestellt, dass ich elektrisch ganz automatisch entschleunigt fahre und nicht mehr versuche die errechnete Ankunftszeit des Navis zu unterbieten. Die Ladepausen sind für mich keine lästige Unterbrechung: ich nutze sie sinnvoll, um kurz abzuschalten, Mails zu checken oder eine Bio-Pause einzulegen. Meine persönliche Routenplanung bezieht daher bewusst Ladesäulen mit Cafés oder Einkaufsmöglichkeiten mit ein. Das angenehme Fahrgefühl, die geräuschlose und lineare Beschleunigung und der Komfort mit Vorklimatisierung – im Winter warm und im Sommer kühl – haben den Umstieg für mich noch bequemer gemacht.“
Manuel Richter
Head of Digital Business Development Component Sales EMEA bei der Lapp Service GmbH:
„Als jemand, der in NRW in einer Großstadt mitten in der Stadt wohnt, keine Lademöglichkeit zu Hause hat und zudem immer Langstrecke zu Kundenterminen unterwegs ist, bediene ich eigentlich alle Klischees, warum Elektromobilität ungeeignet wäre. Aber Überraschung: Das E-Auto passt ideal in meinen Alltag – trotz der Umstellung auf Laden unterwegs. Meine goldene Regel lautet: ‚Steht er, lädt er‘. So ist das Thema Reichweite kein Problem. Mit seinem großen Innenraum und dem Wegfall des Mitteltunnels ist das Auto ein Gewinn für Komfort und ein Raumwunder, das ist vor allem auf langen Fahrten zu Kunden äußerst angenehm. Die Ladeinfrastruktur funktioniert nahezu überall gut und die hervorragende Akzeptanz der von LAPP bereitgestellten Ladekarten, sowohl in Deutschland als auch im Ausland, erleichtert die Planung der Ladestopps enorm. Außerdem ein zusätzlicher kleiner Bonus: Die Wartungsintervalle sind viel länger und das Auto muss deutlich weniger in die Werkstatt.“
Anke Fröhlich
Team Lead Finance & Corporate Applications bei der Lapp Service GmbH:
„Mein Elektroauto begeistert mich jeden Tag erneut: vom angenehmen, ruhigen Fahrgefühl bis zur direkten Beschleunigung ohne Verzögerung. Anfangs hatte ich Bedenken wegen der Reichweite, doch das Laden am LAPP Standort Stuttgart während der Arbeitszeit reicht für mich vollkommen aus – insbesondere im Sommer mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern. Das Fahren mit dem E-Auto hat mich dazu gebracht, etwas langsamer und achtsamer zu fahren, was das gesamte Fahrerlebnis entspannter macht, besonders im Stau. Das Auto macht wirklich Spaß und der Mehraufwand bei der Ladeplanung ist überschaubar. Mein Tipp für Umsteiger: Achtet unbedingt auf die Blockiergebühren an manchen Ladestationen, denn diese fallen oftmals für die Standzeit an, auch wenn das Fahrzeug noch nicht vollgeladen ist.“