Man sieht ein Imagebild für die Digitalisierung.

„Mach einfach“, rief Alexander Lapp, für eBusiness und Digitalisierung im Familienbetrieb verantwortlich, dem IT-Leiter Martin Tepe zu, als Anfang März 2020 der erste Lockdown verhängt wurde. Unkompliziert schnell wurden Lizenzen für Citrix-Zugänge oder Videokonferenz-Tools angeschafft, ohne dem für solche Anschaffungen üblichem Roll-out-Prozess zu folgen. Martin Tepe wusste, was die Mitarbeitenden benötigen und agierte. Flexibel, zupackend, pragmatisch – das war in all den Monaten die angesagt Vorgehensweise.

Auf dem Bild sieht man ein Portrait von Alexander Lapp, Global Manager Digital LAPP Group.
Alexander Lapp, Global Manager Digital LAPP Group

Auf mehreren Ebenen galt es, gleichzeitig zu handeln: Erstens ging es um digitale Arbeitsplätze und die Vernetzung der Mitarbeitenden untereinander, aber auch mit Kund:innen, Lieferant:innen und Partner:innen. Zweitens mussten über Vertriebs- und Marketingkanäle die Schnittstellen zu Kunden verbessert werden. Auch der eigene Einkauf benötigte mehr digitale Optionen. Die digitale Transformation erfasste Prozesse und Tools ebenso wie Kultur und Denken. Eine Herkulesaufgabe in Rekordzeit.

Das alles wäre nicht zu bewältigen gewesen, wenn vorher nicht bereits wichtige Grundsteine gelegt worden wären. Lokale Strukturen konnten schnell handeln, ohne dass alles über den Tisch von Martin Tepe oder Alexander Lapp laufen musste. Eine weitere, bereits vor Jahren gefällte IT-Entscheidung entpuppte sich als Katalysator für den radikalen Umstieg. LAPP hat eine „hyper-converged Infrastructure“ implementiert: Statt spezialisierter Hardware setzt das Unternehmen auf ein virtualisiertes System, das alle Elemente eines herkömmlichen Rechenzentrums in sich vereint: Speicherplatz, Rechenleistung, Netzwerk und Management. Dies erlaubte es, verfügbare Ressourcen schnell und unkompliziert zu erhöhen und zu verteilen.

Die Rechenpower erreichte die Mitarbeitenden dort, wo ihr Arbeitsplatz war. Für die digitale Zusammenarbeit und Kommunikation waren geeignete Tools wie Office 365 für kollaboratives Arbeiten ein weiterer wichtiger Punkt. Das preisgekrönte soziale Intranet, genannt LAPPNet, spielt seit langem eine zentrale Rolle bei LAPP. Nun wurde es zum Generalschlüssel für den Austausch unter den Beschäftigten und die Vermittlung wichtiger Informationen. Bei allem Wunsch, das Füllhorn an Tools und Angeboten auszuschütten, sah man sich mit der wirtschaftlichen Herausforderung konfrontiert: Wie entwickelt sich die Wirtschaft? Bestellen Kunden morgen noch?

Die internationale Position kam LAPP zugute. In welchem Lager liegen bestellte Produkte, welche Lieferwege kann man wählen, um die Kund:innen auch weiterhin zu bedienen. Die chinesischen und südkoreanischen Kolleg:innen, die bereits früher mit dem Covid-19-Virus konfrontiert waren, berichteten in globalen Videomeetings von Masken, Quarantäne und Abstandsregeln. „Das hat viel geholfen und uns sensibilisiert“, erinnert sich Martin Tepe. Die Corona-Taskforce hat tagesaktuell informiert, Masken bestellt und organisierte auch Schnelltests.

Auf dem Bild sieht man ein Portrait von Martin Tepe, Head of Corporate IT.
Martin Tepe, Head of Corporate IT

Wichtig ist: zusammen und immer im Sinne des Kunden agieren

„Digitalisierung geht weiter über ‚digitale Tools‘ hinaus“, benennt Alexander Lapp eine wichtige Erkenntnis, die nicht erst mit der Coronakrise wuchs. „Das ist mehr als nur ein IT-Thema.“ Die digitale Transformation betrifft den Kern eines jeden Unternehmens – seine Prozesse, seine Kultur, seinen Umgang mit Kund:innen und Partner:innen. „Wir müssen die Geschäftsprozesse von Anfang bis Ende und über Abteilungen hinweg verstehen, transparent machen, standardisieren und dann automatisieren. Denn ein Tool geht nicht ans Telefon wenn der Prozess irgendwo unklar ist.“ Nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Kund:innen, Lieferfirmen, Partner:innen fanden sich in einer völlig neuen Lage wieder. Dem galt es gerecht zu werden: Erweiterte Servicezeiten im Kundensupport, 24/7-Chat-Angebote mit und ohne Bot, Ausweitung des E-Shops und der Online-Angebote, Umschwenken von Messen auf Webinare – all diese Maßnahmen hatten die gleiche Priorität, wie die Unterstützung für die Mitarbeitenden. „ONE LAPP“ gab den Ton an: Priorisieren, aber alle berücksichtigen. Alexander Lapp: „Der Familie war es wichtig, dass wir niemanden verlieren.“

Die ONE LAPP Kultur half dabei, über Grenzen hinauszudenken. Gerade das Homeoffice öffnete die Augen für Prozesse jenseits der eigenen Abteilung. Man rückte enger zusammen. Jedem wurde deutlich: Den „Kampf“ führen wir draußen mit dem Wettbewerb, nicht intern. Dieses gemeinschaftliche Denken kann man länder- und standortübergreifend spüren. Im Laufe des letzten Jahres hat es sich noch verstärkt: „Nicht trotz, sondern wegen des digitalen Arbeitens aus der Ferne ist der Spirit von ONE LAPP so stark wie noch nie zuvor“, so Alexander Lapp. Der Teamgeist lebt: Jeder kann jeden ansprechen, jederzeit und egal auf welchem Kontinent, in welcher Sprache und auf welcher Position.

Das hat auch kraftvolle Auswirkungen auf die Zukunft: Für ein globales Zusammenwachsen sind jetzt auch noch bessere technologische Grundlagen vorhanden. Das wird zu völlig neuen Erwartungen der Märkte, zu neuem Wettbewerb, neuen Kund:innen und neuen Partnerschaften führen. Alexander Lapp ist optimistisch. Entgegen mancher Vorwürfe aus der Politik hätten vor allem die Unternehmen die Voraussetzungen für digitales Arbeiten und Homeoffice geschaffen. Alexander Lapp, nutzte auch selbst schon vor der Pandemie die Möglichkeit, tageweise im Homeoffice zu arbeiten. Was früher für überraschende Blicke sorgte, war in der Pandemie von großem Vorteil. Dieses soziale, kulturelle und digitale Potenzial in der Wirtschaft, vor allem im Mittelstand sei ein wertvoller Schatz. Alexander Lapp: „Wir bei LAPP sehen das Erreichte als Anfang – und die neue Lage als Chance für eine vielversprechende Zukunft.“

 

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