
Rund 2,3 Millionen Elektrofahrzeuge waren 2023 auf deutschen Straßen unterwegs. Weltweit – so das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoffforschung – beliefen sich die Schätzungen auf rund 42 Millionen E-Autos. Von den mehr als 1,5 Milliarden Kraftfahrzeugen machen sie derzeit nur einen kleinen, aber wachsenden Anteil aus. Doch die Lage ist herausfordernd. „Und das nicht nur in Deutschland“, so Dr. Simon Alig, der gemeinsam mit Miro Ivankovich das Geschäftsführer-Duo der Lapp Mobility GmbH bildet. „Der Markt ist sehr gesetzgebungsgetrieben. Zudem steigen die Vorgaben an die Hersteller und Zulieferer.“
Viele Länder reduzieren oder beenden staatliche Subventionen für den Kauf von E-Fahrzeugen. So wurde in Deutschland beispielsweise die Förderung für Elektroautos und Plug-In Hybride Ende 2023 kurzfristig komplett gestrichen. Das macht für Verbraucher:innen den Kauf von E-Autos weniger attraktiv, insbesondere in preisempfindlichen Märkten. Das erfordert von Unternehmen wie der Lapp Mobility GmbH Flexibilität, um in dem sich verändernden Markt erfolgreich zu wirtschaften. Viele vielversprechende Start-ups sind daher in den vergangenen Jahren bereits wieder verschwunden. Der Wettbewerb ist hart.
Energiewende braucht Elektromobilität
Dabei ist Elektromobilität unumgänglich für die dringend notwendige Energiewende. Sie gilt als zentraler Baustein für ein nachhaltiges und klimaschonendes Verkehrssystem auf Basis erneuerbarer Energien. Norwegen macht das bereits vor: hier sind bereits rund 90 % der neuzugelassenen Autos vollelektrisch.
Durch den Straßenverkehr entsteht nach wie vor ein Großteil der transportbedingten CO2-, Luftschadstoff- und Lärmbelastung. Somit ist klar, der Verkehr muss umweltfreundlicher werden. Laut Weltklimarat IPCC bieten elektrisch betriebene Fahrzeuge, die mit Strom aus emissionsarmen Quellen versorgt werden, über ihren gesamten Lebenszyklus das höchste Klimaschutzpotenzial unter allen landbasierten Transporttechnologien. Schon mit dem heutigen Strommix ist ihre Klimabilanz besser als die aller Benziner und Dieselfahrzeuge. Der Wandel benötigt jedoch kluge Köpfe, unter den Infrastrukturbetreibern, Ladesäulen- und Fahrzeugherstellern und Lösungsanbietern. Sie müssen auf die richtigen Ideen setzen, um in dem schwächelnden Markt weiterhin den richtigen Weg einzuschlagen.


Und hier kommt die Lapp Mobility GmbH ins Spiel. Das Unternehmen der LAPP Gruppe hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Lösungen für die Elektromobilität spezialisiert und bietet inzwischen Produkte für E-Autobauer, private E-Autofahrer, Ladesäulenhersteller, Infrastrukturbetreiber und andere Unternehmen, die im E-Mobility-Bereich tätig sind, an. „Unser Portfolio umfasst AC-Ladelösungen wie Mode 3-Ladekabel für das Laden an Säulen und Wallboxen, aber auch Mode 2-Lösungen, die sich für Industrie- und Haushaltsteckdosen eignen sowie Komplettlösungen für die gesamte Verkabelung von AC- und DC-Ladeinfrastrukturen“, fasst Miro Ivankovic zusammen. Besondere Herausforderung dabei: Die technische Entwicklung in diesem Bereich ist rapide, die Marktanteile sind hart umkämpft.
Wie schnell sich das alles entwickelt hat, kann man mit der Evolution unserer Handys und Smartphones vergleichen“, erklärt Simon Alig. „Ein altes Nokia-Handy kam uns ein paar Jahre später schon primitiv vor, genauso verhält es sich mit den Batterien der E-Fahrzeuge: Sie werden immer günstiger, das Laden geht immer schneller.“ Das hat zur Folge, dass es für Verbraucher einen großen Unterschied macht, welches Fahrzeug sie kaufen. Es gilt: Ein neueres Fahrzeug verfügt über eine gravierend bessere Ladetechnologie und Batterie. Auch das beeinflusst die Kaufentscheidung der Verbraucher:innen und somit den Markt stark.
Lösungen für Autofahrer und Automobilhersteller
Derzeit bietet die Lapp Mobility GmbH vor allem AC Ladelösungen an. „Unser aktuelles Portfolio konzentriert sich auf Wechselstrom-Ladelösungen (AC) mit Ladeleistungen bis zu 22kW“, so Miro Ivankovic. „Zu den derzeit beliebtesten Produkten gehört unser Mode-3-Ladekabel mit dem pantentierten Helix-Design.“ Das Ladekabel von LAPP ermöglicht ein einfaches, eigenständiges Aufwickeln aufgrund des Formgedächtnisses der Leitung. Indem es unhandlichem Kabelgewirr vorbeugt, bietet es sich vor allem und für das Mitführen im Fahrzeug selbst und das Laden unterwegs an der Ladesäule an. Das Corporate Startup hat aber auch eine Lösung für die herkömmliche Schuko-Steckdose entwickelt: Der Mobility Dock mit einer Ladeleistung von 2,4 kW dient in Kombination mit einem handelsüblichen Mode 3 Kabel als Notladegerät für unterwegs. Darüber hinaus umfasst das Sortiment zwei mobile Mode-2-Wallboxen, die flexible Ladeleistungen von 2,4 – 22kW abdecken. „Der Markt hat sich hier mit dem Ende der KfW-Wallbox Förderung verändert, daher liegt unser Fokus seither auf solchen flexiblen Wechselstrom-Lösungen“, erklärt Simon Alig. Die Produkte zielen sowohl auf private Autofahrende als auch Anbieter von Ladeinfrastruktur ab. „Unser Alleinstellungsmerkmal liegt dabei in unserer Expertise und unserem Kundenservice. Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen, die genau auf die Bedürfnisse unserer Partner abgestimmt sind“, so Alig. Auf diese Weise konnte das Corporate Start-up erneut einen großen Automobilhersteller für ein Projekt zur kundenspezifischen Entwicklung von sich überzeugen. Die eigens entwickelten Ladegeräte von LAPP finden sich künftig in allen Modellen.

Geballte LAPP Kompetenz für Ladeinfrastruktur
Ein immer wichtiger werdender Markt für die Lapp Mobility GmbH ist derzeit der Ladeinfrastruktur-Bereich. „Das ist deshalb ein so spannender Bereich für uns, da wir von Haus aus über die umfassende Kompetenz im Bereich Verbindungslösungen verfügen“, so Miro Ivankovic. Denn LAPP ist Spezialist für alle Herausforderungen, die Verbindungslösungen erfordern. „Und genau das unterscheidet uns vom Wettbewerb“, erklärt Ivankovic weiter. „Unter unseren Marktbegleitern sind wir die Fachfirma für Kabel. Indem wir unsere internen Synergien klug nutzen, können wir viel flexibler und mit viel mehr geballter Expertise arbeiten als andere Unternehmen. Zwar sind wir mit Ladekabeln gestartet, haben aber schnell festgestellt, dass wir noch viel mehr tun können.“ So können Infrastrukturanbieter etwa Komponenten der Lapp Mobility GmbH in ihre bestehenden Systeme integrieren. Dazu zählen standardisierte Bauteile wie Kabel, die sich auch für Anwendungen außerhalb der Elektromobilität, etwa in Verpackungsanlagen, eignen. Für EV-Ökosysteme bringen LAPP und somit auch die Lapp Mobility GmbH von Haus aus alles mit, was es braucht. So kann das Unternehmen Komplettlösungen für die gesamte Verkabelung von AC- und DC-Ladeinfrastrukturen anbieten. Das umfasst die Verkabelung in und innerhalb der Box ebenso wie Zuleitungen für Säulen und Ladeparks.

Hinzu kommt: Die Lapp Mobility GmbH nutzt die internen Synergien nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Entwicklung neuer Produkte und Ideen für den sich verändernden Markt und die immer bessere Batterietechnologie. Ein eigenes Entwicklungsteam arbeitet nah an den Trends und Fortschritten der Branche und konzentriert sich dabei auf die Innovation und Optimierung von Kernprodukten für die E-Mobilität. Im kommenden Jahr wird eine neue DC-Lösung das Portfolio ergänzen. Das Ziel: Langlebigkeit, optimiertes Handling, Know-how und Design clever vereinen und einen Mehrwert für die Kund:innen schaffen. „Unsere Vision ist es, das Laden von E-Autos einfacher und bequemer zu machen“, fasst Simon Alig zusammen. „Umso einfacher das gesamte Handling ist, desto mehr Menschen können wir für einen nachhaltigen Umstieg begeistern.“