LAPP
Auf dem Bild sieht man Guido Ege, Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung (links); Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik (mitte); Patrick Olivan, Innovationsmanager (rechts).
Guido Ege, Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung (links); Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik (mitte); Patrick Olivan, Innovationsmanager (rechts)

„Ambidextrie ordnet, wo man agil und mit einem Schuss Forschungsdrang arbeiten muss und wo man besser im Rahmen etablierter Prozesse vorgeht“, erklärt Patrick Olivan. Ambidextrie findet als Organisationstheorie durch Tushman und O’Reilly seit dem Jahre 1996 zunehmend Beachtung. „Herkömmliche Organisationstheorien sind 80 bis 100 Jahre alt und haben sich im Lauf der Zeit kaum geändert“, sagt Olivan. „Angesichts des Wandels in Unternehmen und den Märkten sind diese für die Gesamtorganisation nur noch bedingt sinnvoll.“ Das gelte auch für das agile Arbeiten, das ein großer Trend der letzten Jahre war: „Das wurde oft als Allheilbringer verstanden, ist aber zum Beispiel in der Fertigung oder Qualitätssicherung nicht immer zielführend.“ Stattdessen, so sieht es Ambidextrie vor, sollten Unternehmen und Organisationen bei jedem Prozess abwägen, ob ein eher agiles oder effizienzgetriebenes Vorgehen sinnvoll ist. Zugleich sollten auch Mitarbeiter im Tagesgeschäft an Innovationsprozessen beteiligt werden, um intern Kompetenzen auf- und auszubauen und ständigen Fortschritt anzuregen.

Videobild „Gespannt wie Innovation bei LAPP funktioniert?“

Video: Gespannt wie Innovation bei LAPP funktioniert?

Interdisziplinäre Innovationsprojekte

Bei LAPP sieht Patrick Olivan dieses Konzept vielerorts realisiert, zum Beispiel in Form von Innovationsprojekten, an denen ausgesuchte Mitarbeiter aus diversen Abteilungen wie Marketing, Sales, Logistik, Entwicklung und Produktion teilnehmen. Für einen Tag in der Woche lassen diese ihr Tagesgeschäft ruhen, um sich unter Anleitung von Innovationsexperten Kundenproblemen anzunehmen und diese kreativ zu lösen. „Das verlangt den betroffenen Personen viel ab“, sagt Olivan, „sie müssen mit einem Mal den Schalter umlegen und experimentieren, mit Unsicherheit umgehen.“ Aber das bringe eben auch Vorteile für die Mitarbeiter wie auch für das Unternehmen: „Wir befähigen dadurch unsere Mitarbeiter, innovativ zu denken und zu handeln. Und es entstehen in den Projekten Kontakte und Querbezüge zwischen den Abteilungsvertretern, die im Tagesgeschäft weiterhelfen.“

Eine Frage der Kultur

„Die Voraussetzungen hierfür sind bei LAPP auch deswegen gut, weil eine entsprechende Unternehmenskultur von der Führungsebene gefördert wird“, berichtet Patrick Olivan. „Ganz besonders ist, dass Experten sehr geschätzt sind – auch über Hierarchieebenen hinweg können sie sich einbringen und finden bei der Geschäftsführung Gehör.“ Das schaffe eine Atmosphäre, in der „Why-notter“ gedeihen können. Mit dem Begriff bezeichnen Patrick Olivan und sein Vorgesetzter Georg Stawowy Menschen, die bereit sind, Problemfokus und Zweifel hinter sich zu lassen und Lösungen anzudenken, die über den bewährten Status Quo hinausgehen. „Genau das braucht man, damit Innovation funktionieren kann – die Bereitschaft, mit einer Idee mehrere Entwicklungsschritte zu gehen, ohne Gewissheit zu haben, ob sie die ‚richtige‘ ist, bis zum Prototypen, der funktioniert. Lieber optimiert oder entschärft man etwas, was man hat, als ewig über etwas zu diskutieren, was noch gar nicht begonnen ist.“ Ebenso wichtig ist dabei das ständige Ohr am Kunden – Technologien nicht einfach pushen, weil man es kann, sondern Probleme lösen, die den Markt tatsächlich beschäftigen. Patrick Olivan: „Genau das setzen wir in unseren Innovationsrunden um – dadurch heben wir uns von anderen ab, weil es immer aus dem Inneren von LAPP kommt und dazu beiträgt, dass LAPP sich ständig selbst erneuert und weiterentwickelt.“

Innovation bei LAPP
Podcast GEWINNWARNUNG: Anwendung der Ambidextrie bei LAPP mit Patrick Olivan