Ein großes Feld mit Solaranlagen für Solarenergie im Bau auf roter Erde
In Südafrika entsteht bis Juli 2020 einer der größten Solarparks des Landes

Für rund 100 Millionen Euro entsteht knapp 400 Kilometer westlich von Johannesburg  auf einem 150 Hektar großen Gelände einer der größten Solarparks Südafrikas. Zeitweise bis zu 400 Arbeiter sind gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Es ist ein Abenteuer und ein Knochenjob. So erzählen Arbeiter, dass morgens das Brüllen der hungrigen Löwen einer angrenzenden Aufzuchtstation zu hören sei. Von oben brennt die Sonne nachmittags erbarmungslos, am Boden lauern Schlangen, Skorpione und Zecken. Immer wieder ziehen kleine Sand-Wirbelstürme über die Anlage und geben einen Vorgeschmack auf die harten Bedingungen, denen der Solarpark nach der Inbetriebnahme dauerhaft trotzen muss. Schon bald werden die Solarpanel, jeweils 1,90 Meter mal 1,10 Meter groß, montiert. 262.000 von ihnen ergeben eine Fläche von fast 550.000 Quadratmetern. Das entspricht 135 Fußballfeldern. 86 Megawatt beträgt die Leistung der Anlage. Der Strom, der dort entsteht, wird ins öffentliche Netz gespeist. Damit können rund 15.000 Haushalte in Südafrika mit Strom versorgt werden.

 

2,3 Millonen Meter Kabel

Das Gelände des Solarparks hat ein leichtes Gefälle. Ein ausgeklügeltes Sensorsystem steuert später Motoren, die dies ausgleichen – und noch viel mehr können. Je nach Sonnenstand wird die Neigung der Solarpanels verändert. Morgens sind die Kollektoren im 30-Grad-Winkel nach Osten ausgerichtet. Abends sind es wieder 30 Grad, diesmal aber nach Westen. Die Nachjustierung erfolgt laufend. Immer optimal der Sonne entgegen. Je mehr Technik zum Einsatz kommt, desto leistungsfähigere Kabel und Verbindungslösungen werden benötigt. Rund 2,3 Millionen Meter Kabel von LAPP werden hier verbaut. Insgesamt kommen 36 verschiedene Produkte zum Einsatz.

Die meisten davon liefert LAPP nicht direkt auf die Baustelle, sondern über die Firma HellermannTyton – der Kunde, der für LAPP die Tür zum Solargeschäft weit geöffnet hat. Eine Branche, die auch für einen der weltweit größten Produzenten von elektrischem Kabelzubehör, -verbindungen und -komponenten ein wichtiger Wachstumsmarkt geworden ist. In 39 Ländern ist HellermannTyton aktiv und beschäftigt dabei 5.000 Mitarbeiter. „Zu LAPP haben wir eine ganz besondere Beziehung“, erzählt Claude Middleton, Geschäftsführer von HellermannTyton Südafrika. „Denn die Kabel und Verbindungslösungen helfen dabei, unsere Produkte hochwertiger und damit einzigartig zu machen.“

Der Kabelschutzschlauch SILVYN® EMC AS-CU steht symbolisch für die Partnerschaft der beiden Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren im Zusammenhang mit dem Bau von Solarparks intensiviert wurde.

Der Schutzschlauch mit einem Durchmesser von 17 Millimeter besteht aus einem Metallwendel, der dank der ineinander verhakten Profile extrem flexibel und dennoch sehr stabil gegenüber äußerer Krafteinwirkung sowie mechanischer Bewegung ist und daher als Schutz der im Inneren verlegten Solar- und Motorenkabel dienen kann. Sie verbinden die jeweils 80 Zentimeter breiten, 60 Zentimeter hohen und 30 Zentimeter tiefen Steuerungsboxen aus Stahlblech mit Motoren und Sensoren. Es sind kleine Zauberkästen, denn der Inhalt ist streng geheim. Im Durchschnitt 250 Bauteile sind darin zu einer Art „Gehirn“ verbaut, das später die Anlage intelligent steuert und damit auch die Effizienz sicherstellt. Das wichtigste Qualitätskriterium von SILVYN® EMC AS-CU ist der optimale Schutz vor elektromagnetischen Störungen.

Die könnten im Extremfall den ganzen Park lahm legen. „Ich habe vor wenigen Dingen Angst, aber wenn es auf so einem Solarpark während eines Sommersturms gewittert und der Blitz einschlägt, möchte ich nicht dort sein“, erklärt Middleton. Die dann kurzfristig auftretende Überspannung würde die sensible Steuerungstechnik in den Verteilerboxen nicht überstehen. Die vernickelten Messingschlauchverschraubungen SILVYN® MSK-M BRUSH von LAPP besitzen hunderte feine Kupferdrähte, die eine optimale 360-Grad-Schirmung garantieren und so unerwünschte Überspannungen aus dem Inneren der Boxen fernhalten. „Als wir uns auf dem Markt umgeschaut haben, haben wir nichts Vergleichbares gefunden. Wir bauen hochwertige Komponenten für die Solarindustrie und dazu benötigen wir die Qualität der Verbindungslösungen von LAPP.“

Drei Bauarbeiter unterhalten sich vor Kabeltrommeln in der Sonne
Planend: Alan Mulder (rechts) und Ayanda Dayimani von LAPP informieren sich vor Ort, wann welche Kabel benötigt werden

Maximal möglicher Service

Für jedes Projekt baut HellermannTyton maßgeschneiderte Steuerungsboxen. In Handarbeit. Es ist eine Detailarbeit, bei der jeder Handgriff sitzen muss. „Am Ende bekommt der Kunde ein speziell auf seine Bedürnisse zugeschnittenes Produkt, das er wie beim Plug-and-play aus der Computerbranche nur noch anschließen muss – und es funktioniert.“

Produktqualität ist das eine, Service und Beratung das andere. Als Chad Andrews, Geschäftsführer von LAPP Südafrika,  erfährt, dass HellermannTyton für ein anderes Testprojekt größere Verbindungen benötigt, sichert er spontan sechs Kabelverschraubungen SKINTOP® ST-M mit einem Durchmesser von 50 Millimetern zu.

Middleton schätzt das Engagement. „Beim Bau einer so großen Anlage ist die Gefahr groß, dass man etwas vergisst“, so der Geschäftsführer. „Wir haben immer das Gefühl, dass wir den maximal möglichen Service bekommen.“ Seit kurzem wird das SILVYN® EMC AS-CU in größeren Längen angeliefert, so dass sich der Ausschuss für HellermannTyton bei der Weiterverarbeitung verringert. Auch hinter dieser Maßnahme steckt der gemeinsame Austausch mit dem Ziel, Produkt und Prozesse ständig zu optimieren.

 

 

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Vier Bauarbeiter unterhalten sich vor einer Solarparkanlage im Bau
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