LAPP

Innovation live statt hinter verschlossenen Türen

Mit dem Hackathon wagte das Stuttgarter Familienunternehmen ein neues Eventformat. Statt Ideen hinter verschlossenen Türen zu entwickeln, machte LAPP Innovationsprozesse für Besucher:innen direkt erlebbar. Innerhalb von fünfeinhalb Stunden entwickelten interdisziplinäre Teams aus Studierenden der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften neue Konzepte für KI-gestützte Services, datenbasierte Geschäftsmodelle und nachhaltige Industrieanwendungen.

Was dabei entstand, waren nicht nur Prototypen, sondern frische Perspektiven auf reale Herausforderungen der Industrie. Für die Studierenden bedeutete das eine intensive Praxiserfahrung – für LAPP ein klarer Ausdruck des eigenen Selbstverständnisses als Innovationsunternehmen.

Ulrich Rauner, SVP Global digital sales & marketing unit LAPP

Mit echten Industriedaten zu neuen Services

Die Grundlage des Hackathons bildeten anonymisierte Verbrauchs- und Logistikdaten aus dem LAPP eKanban System. Das sensorbasierte Kabelbestandsmanagementsystem verknüpft klassische Kabeltrommeln mit den systemseitigen Beschaffungsprozessen in der digitalen Welt. Kunden können ihren Kabelverbrauch in Echtzeit überwachen, automatische Nachbestellungen auslösen und ihre Lagerhaltung optimieren.

Die zentrale Fragestellung für die Teams lautete: Welche zusätzlichen Mehrwerte lassen sich aus diesen Daten generieren? Wie können KI, Statistik und Business-Logik genutzt werden, um neue Services zu entwickeln – etwa für Effizienzsteigerung, Nachhaltigkeit oder vorausschauende Planung? „Gerade Industrial-Internet-of-Things-Lösungen zählen zu den wichtigsten Innovations- und Wachstumstreibern der Industrie“, betont Dr. Susanne Krichel, Entwicklungschefin bei LAPP und Jurymitglied. „Für uns ist es enorm wertvoll, junge Talente frühzeitig einzubinden und ihre Herangehensweisen kennenzulernen.“

Theorie trifft industrielle Realität

Bereits Wochen vor der Messe wurden die Teilnehmenden intensiv vorbereitet. Sie lernten die Produktwelten, Anwendungen und Geschäftsmodelle von LAPP kennen und setzten sich mit den Datengrundlagen auseinander. Doch erst auf der Hannover Messe zeigte sich, wer unter Zeitdruck kreative Lösungen entwickeln, Daten sinnvoll interpretieren und Ideen überzeugend kommunizieren kann. „Der Hackathon ist ein echter Reality Check – für beide Seiten“, erklärt Ulrich Rauner, verantwortlich für das Digitalgeschäft bei LAPP und Schirmherr des Hackathons. „Die Studierenden verlassen den Hörsaal und arbeiten an realen industriellen Fragestellungen. Und wir erhalten direkte Einblicke in Denkweisen, Prioritäten und Erwartungen der nächsten Generation. Denn für uns sind die Teilnehmenden nicht nur potenzielle Mitarbeitende, sondern ebenso Kunden und Partner von morgen.“

Die Jury war begeistert von den Ideen der Studierenden
Die Studierenden präsentierten ihre Ideen live auf der Messe

Studierende als Impulsgeber für die Industrie von morgen

Ein zentraler Mehrwert des Formats liegt genau in diesem Perspektivenwechsel. Nachhaltigkeit, Circular Economy, datengetriebene Services oder neue Service-Modelle – viele dieser Themen werden von jungen Talenten ganz selbstverständlich mitgedacht. „Unser Anspruch als studentische Unternehmensberatung ist es, über den Uni-Alltag hinauszublicken“, sagt Carl Nitsche vom Junior Business Team e.V. aus Stuttgart. „Ein Hackathon auf der Hannover Messe ist eine einzigartige Gelegenheit, direkt an der Industrie zu sein – und nicht nur zuzusehen, sondern aktiv mitzugestalten. Das ist eine enorme Chance.“

Konzipiert und moderiert wurde der Hackathon gemeinsam mit dem Innovationspartner OMM Solutions. Geschäftsführer Dr. Martin Allmendinger begleitet seit Jahren Mittelstandsunternehmen bei internen und externen digitalen Innovationsprozessen: „Live-Innovationsformate wie dieses zeigen, wie schnell heute tragfähige Lösungsansätze entstehen können“, weiß er. „In wenigen Stunden bekommt man ein belastbares Gefühl dafür, welches Potenzial eine Idee hat. Klassische Prozesse brauchen dafür oft Wochen oder Monate.“ Damit die Studierenden innerhalb weniger Stunden beim Live-Hackathon ihre Ideen realisieren können, war dennoch Vorbereitung notwendig. Dazu haben Dr. Martin Allmendinger und sein Team die teilnehmenden Studierenden im Vorfeld intensiv als Sparringspartner betreut und methodisch vorbereitet.
Dass der Hackathon öffentlich auf einem Messestand stattfand, ist für LAPP ein bewusstes Signal: Transparenz, Mut zum Ausprobieren und die Bereitschaft, Innovation gemeinsam mit externen Partnern und Nachwuchstalenten zu gestalten. „Nicht alles ist perfekt – aber genau das macht moderne Innovationskultur aus“, so Ulrich Rauner.

Die Hackathonverantwortlichen von OMM Solutions und LAPP
(vlnr): Morelle Foba, Tobias Eglseder und Sascha Roelofs entschieden den Wettbewerb für sich!

Vielfältige Ideen mit messbarem Mehrwert

Die Aufgabenstellungen reichten von „Information as a Service“ über CO2– und „Total Cost of Ownership“-Optimierung bis hin zu Predictive Analytics für die Supply Chain. Besonders überzeugend waren Konzepte, die wirtschaftliche Effizienz und Nachhaltigkeit miteinander verbanden. So entwickelte das Gewinnerteam einen Prototypen eines Leiterquerschnitt-Optimierers, wodurch Kunden das TCO- und CO2-Optimum, Amortisationszeit und Aufschlüsselung pro Querschnitt in visueller Darstellung erhalten können. Mit dem Ergebnis: Geführte Kabeloptimierung durch die gesamte Maschine inkl. Shop-Abgleich und Produktvorschlägen, um das ideale Kabel mit dem optimalen Leiterquerschnitt für den jeweiligen Einsatzzweck zu erhalten. Und die Jury ist sich einig: In diesem Pitch liegt großes Potential für LAPP.

„Mit echten Industriedaten zu arbeiten, ist für uns eine einmalige Chance. Wir haben Wirtschaft, Informatik und Technik kombiniert – und gemerkt, wie viel ein kleines, aber diverses Team bewegen kann.“, berichtet Tobias Eglseder vom Junior Business Team e.V. über sich und seine Teammitglieder Morelle Foba, VDI Young Engineers, und Sascha Roelofs, Hochschule Aalen. Das Team hat die Challenge für sich entschieden und den ersten Platz belegt. Tobias Eglseder: „Für mich bleibt vor allem die Erkenntnis, dass wir alle unsere Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen, gemeinsam weiterdenken und dabei viel lernen konnten. Mit dem Sieg haben wir nicht gerechnet – umso größer ist die Bestätigung für unsere Mühen. Diese Anerkennung motiviert uns sehr und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.“

Auch Einigkeit zum Format herrscht unter den Studierenden: Nicht das Preisgeld, sondern der direkte Austausch mit Industrieexpert:innen auf der internationalen Leitmesse ist der eigentliche Gewinn. „Dass wir durch solche Formate Erfahrungen sammeln können und dabei unsere Ideen ernst genommen werden, motiviert ungemein“, bestätigt Tina Rasheed, eine Teilnehmerin aus dem Junior Business Team e.V.

LAPP als Arbeitgeber mit Zukunft

Für LAPP ist der Hackathon mehr als ein Einzelprojekt. Er steht für eine klare strategische Haltung: Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Offenheit, Dialog und die gezielte Förderung junger Talente sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren. „Solche Formate sind auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung“, resümiert Ulrich Rauner. „Sie zeigen, dass wir Innovation leben – nicht nur technologisch, sondern auch kulturell.“

Der Live-Hackathon auf der Hannover Messe hat genau das sichtbar gemacht: LAPP als Innovationsunternehmen, das den Austausch sucht, Talente fördert und gemeinsam mit der nächsten Generation an Lösungen für die Industrie von morgen arbeitet. Oder, wie es Carl Nitsche aus Teilnehmendensicht auf den Punkt bringt: „Man kann sich sehr gut vorstellen, bei LAPP nach dem Studium einzusteigen – und zu sehen, wie aus den eigenen Ideen Realität wird.“